Sicherheitsregeln gelten ohne Ausnahme für jede Waffe, überall und jederzeit.

Sicherheitsregeln im Umgang mit Schusswaffen

Sicherheitsregeln im Umgang mit Schusswaffen werden Ihnen auch in Mitteleuropa von jedem seriösen Waffenhändler, Schießstandbetreiber und Schießtrainer gelehrt. Dennoch ereignen sich immer wieder Unfälle. Das Problem: Die Sicherheitsregeln auswendig aufzusagen, reicht nicht. Sie müssen sie auch umsetzen. Mit jedem einzelnen Griff zur Waffe. Unfallprävention darf keine Frage des Glücks oder des Zufalls sein.

Die Sicherheitsregeln:

  1. Waffen sind als geladen anzusehen.
  2. Der Lauf zeigt in eine sichere Richtung.
  3. Finger weg vom Abzug, wenn Sie nicht schießen.
  4. Identifizieren Sie Ihr Ziel eindeutig.
  5. Kennen Sie den Zustand Ihrer Waffe.
  6. Verlassen Sie sich nicht auf Sicherungen.
  7. Arbeiten Sie transparent.
  8. Halten Sie die Standordnung ein.
  9. Vermeiden Sie Konflikte.

„Sicherheitsregeln kennen“ genügt nicht

So ziemlich jeder Waffenbesitzer hat sie mal gehört und kann sie aufsagen. Die traurige Tatsache ist: Beobachten Sie andere Schützen am Schießstand, scheinen die wichtigsten Regeln im Umgang mit Schusswaffen in Vergessenheit geraten zu sein. Und die noch viel Traurigere: Wenn Sie selbst Fehler machen, fallen Sie Ihnen nicht auf. Das ist neuropsychologisch normal – aber keine Entschuldigung.

Freizeitschützen, die gegen eine der nachfolgend genannten Sicherheitsregeln verstoßen, verstoßen früher oder später, meist aber gleichzeitig auch gegen alle anderen. Die folgenden Zeilen sind bewusst konsequent, eindringlich und nicht unbedingt freundlich formuliert. Dieser Beitrag soll Ihnen die Bedeutung der Sicherheitsregeln und die Folgen Ihrer Missachtung verdeutlichen. Jeder noch so kleine Sicherheitsverstoß im Umgang mit Schusswaffen ist lebensgefährlich – für Sie selbst und für alle anderen Anwesenden. 

Steigen Sie gerade frisch in den Schießsport ein, werden auch Ihnen in den ersten Trainingswochen immer wieder gefährliche Fehler passieren. Nochmal: Das ist normal. Und ich persönlich schätze es als Schießtrainerin auch, wenn meinen neuen Schützlingen anfangs Fehler passieren. Nur dann kann ich jemanden auch darauf sensibilisieren. Dennoch, ein Ratschlag, weil es mir ein Herzensanliegen ist: Bitte setzen Sie Ihr Tunlichstes daran, zu einem Schießstandbesucher zu werden, neben dem Sie sich selbst wohlfühlen, wenn Sie daneben stehen.

Der Vorteil von Fehlern

Fehler passieren, das ist in Ordnung. Sie dürfen und sollen sich beim Einstieg ins Sportschießen Zeit zum Lernen geben und kein Schießtrainer darf von Ihnen erwarten, dass Sie das, was Sie bei ihm lernen wollen, schon können. Fehler in den ersten Schießtrainings unter Aufsicht sind vorteilhaft, weil Ihr Trainer Sie sofort auf diese aufmerksam machen und Sie darauf sensibilisieren kann. Sie sehen unmittelbar selbst, dass Sie mit Ihrer Waffe eine schiefe Laufbahn eingeschlagen haben und bekommen die Chance, diese zu korrigieren. Wenn Sie lernen, sich selbst zu beobachten und zu korrigieren, werden Sie diese Fehler schneller und vor allem nachhaltig los.

Unterschätzen Sie bitte nicht die Gefahr, die von den kleinsten Kalibern ausgeht. Wirken Sie an der Ausmerzung Ihrer anfänglichen „Hoppalas“ mit. Damit legen Sie einen sehr massiven Grundstein für Ihre erfolgreiche und sichere Karriere als Sportschütze und Waffenbesitzer. Machen Sie sich bewusst: Sie hantieren mit scharfen Schusswaffen und scharfer Munition. Mit Initialsprengstoffen und entzündlichem Treibmittel. Sie „spielen“ mit Feuer. Da gibt es Grenzen des Zumutbaren. Und vor allem gibt es Grenzen des gesetzlich Zulässigen.

Zeigt sich im Zuge einiger Schießtrainings keine Verbesserung in der sicheren Handhabung der Schusswaffe und Sie gehen unsachgemäß mit diesen Gegenständen um (wenn auch wirklich nicht mit Absicht), wird Ihnen Ihr Schießtrainer den Umgang mit Schusswaffen irgendwann verweigern. Er muss – allein schon zur Wahrung seiner eigenen waffenrechtlichen Verlässlichkeit. Auch Hausverbote auf Schießanlagen werden immer wieder ausgesprochen, wenn ein Schütze andere wiederholt gefährdet. Auf Wettkämpfen droht Ihnen, wenn Sie andere gefährden, die Disqualifikation.

So. Nun aber zu den Sicherheitsregeln. 🙂


1. Jede Waffe gilt als geladen.

Jede. Immer. Überall. Ausnahmslos. Ausreden wie „Da ist ja eh nichts drinnen“„Der Verschluss ist offen“„Ich bin ja nicht am Schießstand“ oder „Die Waffe ist so rostig, die funktioniert sicher nicht mehr“ sind ein lebensgefährliches Sicherheitsrisiko. Und nicht nur das: Wer Verstöße aus Prinzip rechtfertigt, hat weder Respekt vor der Waffe noch vor den Menschen, die er damit einer Lebensgefahr aussetzt. Derartige Ausreden sind für andere ein schweres Indiz, dass man gar nicht daran interessiert ist, vorsichtig und möglichst sicher mit einer Schusswaffe zu hantieren. Was Sicherheitsregeln betrifft, gibt es keine Kompromisse. Punkt.

Geladen bedeutet, dass eine Patrone

sich im Patronenlager befindet.

2. Der Lauf zeigt in eine sichere Richtung.

Noch besser: in die sicherste aller Richtungen, die gerade gegeben sind. Die sicherste Laufrichtung ist situativ und eine Zielscheibe als pauschal richtige Antwort nicht immer vorhanden. Am Schießstand ist Ihre sicherste Richtung ausschließlich der Geschossfang. Dieser wurde genau dafür konstruiert, Geschosse (bis zu einer bestimmten Auftreffenergie) abzufangen. Beim Boden der Schießanlage, den Wänden oder der Decke ist dies nicht immer der Fall; und noch seltener bei der Trennwand zum Nachbarstand. Allerdings werden Sie auch mal zu Hause mit der Schusswaffe hantieren, etwa wenn Sie sie reinigen oder für den Schießstandbesuch aus dem Schrank holen.

Die sicherste Richtung ist jene, in der ein Geschoss keinen unverhältnismäßig großen Schaden verursacht. Unverhältnismäßig große Schäden sind beispielsweise ein Personenschaden, ein Schaden an der Betriebsanlage, ein durchlöchertes Wasserrohr und noch viel schlimmer: eine durchlöcherte Gasleitung.

Kurzum:
Ist das getroffene Ziel nicht explizit dafür gemacht, ein Geschoss abzufangen, ist diese Richtung nicht sicher. Ein abgefeuertes Projektil kann schließlich abprallen, seine Flugbahn verändern und Wände je nach Beschaffenheit durchschlagen. Sein Flug endet nicht bei der von Ihnen anvisierten Zielscheibe. Schon das Geschoss einer simplen 9×19 mm Vollmantel-Patrone kann eine Höchstreichweite von bis zu 2.000 m erreichen, wenn es auf kein Hindernis trifft. Sie sehen: Die sichere Richtung zu finden, hängt von der gegenwärtigen Situation, dem gegenwärtigen Aufenthaltsort sowie den individuellen baulichen Gegebenheiten ab.

Hausaufgabe zu den Sicherheitsregeln

Eruieren Sie vor dem ersten Waffenkauf zu Hause Ihre möglichst sichere Laufrichtung. Verwahren Sie Ihre Waffe später so, dass Sie diese möglichst sichere Richtung möglichst permanent einhalten können, ohne immer wieder eine neue sichere Laufrichtung suchen zu müssen. Berücksichtigen Sie dabei unbedingt Haustiere und Mitbewohner, die mit Ihnen zusammenleben. Und Ihre Nachbarn. (Projektile durchschlagen Wände.)

3. Finger weg vom Abzug, wenn Sie nicht schießen wollen.

Das gilt für alle Finger. Mitunter ist Ihr Abzugsfinger (meist der Zeigefinger) brav ausgestreckt, während dafür unbemerkt ein anderer Finger an den Abzug gerät. Alle Finger haben sich außerhalb des Abzugsbügels zu befinden, solange Sie keinen Schuss abgeben wollen. Wollen Sie die Waffe gerade ablegen? Finger lang. Nehmen Sie sie auf? Finger lang. Machen Sie sie fertig für den Transport? Finger lang. Geben Sie unabsichtlich einen Schuss ab, ist es der sicheren Laufrichtung zu verdanken, dass das Geschoss landet, wo es landen darf. Das Problem: Wer ohne es zu bemerken den Finger am Abzug liegen hat, hält auch die sichere Laufrichtung nicht ein. Und nochmals: Das ist normal, darf aber nicht zur Ausrede werden.

Filmreife Auftritte

Vielleicht hatten Sie im Leben noch nie selbst mit einer Schusswaffe zu tun. Gewiss haben Sie aber den ein oder anderen Actionfilm gesehen. Bei jeder Schusswaffenszene verarbeitet Ihr Gehirn unbewusst bestimmte Verhaltensmuster und Bewegungsabläufe der Filmdarsteller. Einzelne Körperhaltungen, Grifftechniken und Vorgehensweisen sind in diversen Filmen immer wieder in mehr oder weniger derselben Form zu sehen. Besonders oft hält eine Person ihre Kurzwaffe beispielsweise von unten mit dem Lauf in die Richtung seines Kopfes. Solche wiederholt vorkommenden Praktiken und Techniken bleiben unterbewusst im Gedächtnis, auch wenn Sie sie selbst gar nicht anwenden.

Nun steht Ihr vielleicht erster Schießstandbesuch bevor. Viele Anweisungen Ihres Schießtrainers gehen binnen Sekundenbruchteilen verloren, auch die erwähnten Sicherheitsregeln. Manchmal aus Angst oder Nervosität, weil Ihr Kopf gerade mit der Bewältigung einer Stresssituation beschäftigt ist. Manchmal auch aus Begeisterung und Faszination. Hat man nun eine Anweisung vergessen oder ist irgendetwas unklar, fragt die Mehrheit der Schützen nicht nochmal nach.

Stattdessen neigt der Mensch intuitiv dazu, jene Praktiken anzuwenden, deren Richtigkeit in diesem Augenblick spontan angenommen wird. Praktiken, die gerade zweckdienlich, einfach oder praktikabel erscheinen. Meist solche, die von Schauspielern in Filmen gezeigt werden. Das große Problem: Für die Filmindustrie haben dramatische Effekte in einer Waffenszene eine weit höhere Priorität als die fachlich korrekte und sichere Waffenhandhabung. Auch hier gilt es, sich selbst zu sensibilisieren. Filmreife Auftritte mit Ihrer Schusswaffe haben weder am Schießstand noch daheim etwas zu suchen.

Verstoß gegen Sicherheitsregeln im Umgang mit Schusswaffen

Kein Finger darf sich am Abzug befinden,
solange Sie keinen Schuss abgeben wollen.

Fehler, die Ihnen zu Beginn öfters passieren, bleiben später mit umso höherer Wahrscheinlichkeit aus – vorausgesetzt Sie arbeiten aktiv an ihrer Eliminierung mit. Wenn Sie sich das erstmals dabei ertappen, kann es sein, dass Sie dermaßen entsetzt von sich selbst sind, dass bei jedem weiteren Griff zur Waffe sämtliche Alarmglocken läuten. Bei dieser Beobachtung selbst sowie bei den ersten Übungen danach kann sich ein höherer Puls bemerkbar machen. Ein Zittern tritt vielleicht noch auf.

Diesen kleinen Schrecken zu erleben ist lernpädagogisch sehr vorteilhaft für Sie, denn er hat einen weit besseren und nachhaltigeren Lerneffekt als nur theoretische Erklärungen eines Schießtrainers. Umgekehrt verrät diese Reaktion Ihnen und Ihrem Schießtrainer auch viel über Sie: Wer über einen gefährlichen Fehler nicht vor sich selbst erschrickt, ist tendenziell weniger dazu geneigt, sich hinsichtlich der Sicherheitsregeln besonders anzustrengen. Die innere Mentalität macht den Schützen weniger verantwortungsvoll. Dies ist keine böswillige Unterstellung, sondern ein verhaltenspsychologischer und -biologischer Fakt, mit dem wir alle uns arrangieren müssen, ob wir wollen oder nicht.

Sie selbst entscheiden genau jetzt, ob Sie Ihre Waffe kontrollieren lernen oder ob Ihr einmaliges Fehlverhalten fortan Sie kontrolliert. Es ist nicht zwingend beim ersten Fehler nötig (und obendrein wäre es gefährlich), die Waffe wegzuwerfen und dem Schießstand auf ewig den Rücken zu kehren. Wichtig ist, was Sie aus diesem Ereignis lernen, wie Sie damit umgehen und wie Sie das Gelernte nutzen, denn genau jetzt wird Ihre zukünftige Handhabungssicherheit maßgeblich geprägt. Wenn Sie sich gegen die Situationskontrolle (gegen das Lernen) entscheiden, werden Sie künftig vermehrt Ängstlichkeit und Unwohlsein im Umgang mit Schusswaffen verspüren, auch in Gegenwart eines anderen Schützen. Ihre Nachbarn am Schießstand werden sich in Ihrer Gegenwart ebenfalls unwohl fühlen. Sie können mit einer Waffe nur so sicher hantieren und so viel Sicherheit ausstrahlen, wie Sie sich mit ihr auch sicher fühlen.

4. Identifizieren sie Ihr Ziel eindeutig.

Anders ausgedrückt: Richten Sie Ihre Waffe auf nichts, das Sie nicht treffen, verletzen oder beschädigen möchten. Und schießen Sie nicht, wenn Sie das folglich Getroffene nicht treffen wollen. Behalten Sie Ihre Umgebung, insbes. Ihr Schussfeld im Auge. Standardmäßig ist auf einer Schießanlage der Geschossfang als sicherste Richtung anzusehen. Jedoch kann eine Schießanlage auch mal wartungs- oder reparaturbedürftig sein. Personen können sich im Schussfeld bewegen und leere Patronenhülsen aufsammeln. In einer solchen Situation halten Sie Ihre Finger fern von Waffe und Munition und von allem anderen auf der Ablage. Greifen Sie nichts an und warten Sie auch mit dem Aus- oder Wegpacken deines Equipments. Erst, wenn alle Lebewesen das Schussfeld verlassen haben und Ihnen von der Standaufsicht die Freigabe erteilt wurde, ist der Schießstand wieder zur Benützung freigegeben.

Auf Outdoor-Schießanlagen, hier im Video der A.M.S.A.-Club Tattendorf , können auch Hasen oder andere Wildtiere Ihr Schussfeld kreuzen. Die sicherste Laufrichtung wird so zu einer gefährlichen. Sofern möglich, stellen Sie die Sicherheit der Waffe her (entladen Sie sie und legen Sie sie mit offen einsehbarem Patronenlager ab oder holstern Sie sie). Warten Sie, bis Sie wieder ein freies Schussfeld haben. Überprüfen Sie nach Möglichkeit, ob sich vielleicht ein Tier zwischen den Zielscheiben und dem Geschossfang (im Video der Sand) befindet.


Weitere Sicherheitsregeln

Sämtliche Sicherheitsregeln sind mit Waffenhandhabung, Aufbewahrung und mit allem Übrigen in Einklang zu bringen, was mit Ihrer Waffe zu tun hat. Durchdenken Sie mögliche Negativszenarien, die basierend auf Ihren Lebensumständen realistisch erscheinen, zu Hause wie am Schießstand. Versuchen Sie, eine möglichst sichere Lösung für verschiedene Gegebenheiten zu finden. Ist das gelungen, machen Sie sich im Zuge der regelmäßigen Schießpraxis mit einigen weiteren Sicherheitsregeln vertraut.

5. Kennen Sie den Zustand Ihrer Waffe.

Mit Zustand ist nicht bloß die Unterscheidung zwischen geladen und ungeladen, gesichert und entsichert, gespannt und entspannt oder schmutzig und sauber gemeint. Diese Regel bezieht sich auf die Gesamtzustände, die Ihre Waffe gleichzeitig haben kann. Dazu gehört auch, einschätzen zu können, ob Ihre Waffe aus baulicher oder materieller Sicht (noch) schussfähig ist – oder nicht. Nicht schussfähig wäre sie etwa im Falle einer rechtskonformen Deaktivierung. Falls Sie an Ihren Waffen Veränderungen vornehmen, sollten Sie darüber hinaus wissen, was Sie alternativ darin verbaut haben (etwa ein spezielles Abzugssystem). Unterschiedliche Bauteile können einen unterschiedlichen Pflegeaufwand bedeuten.

6. Verlassen Sie sich nicht blind auf Sicherungen.

Die beste Sicherung an jeder Schusswaffe ist ein Schütze, der alle Sicherheitsregeln aufs Konsequenteste einhält. Die einzig echte physische Sicherung an Waffen sind manuelle Sicherungshebel, die Sie jederzeit selbst aktivieren und deaktivieren können, wenn Sie es gerade möchten.

Aber Vorsicht:
Falsch eingesetzt können Sicherungen auch versagen. Ab und an kommt es vor, dass eine Patrone nicht zündet. Versagt die Zündung der Patrone, Sie aktivieren die manuelle Sicherung und die Patrone zündet zehn Sekunden später nach, können Bauteile Ihrer Waffe beschädigt oder zerstört werden. Die Sicherung ist dazu da, eine Schussabgabe zu verhindern. Wenn aber die mechanischen und chemischen Prozesse, die für eine Schussabgabe erforderlich sind, bereits in Gang gesetzt wurden, vermag auch die Sicherung nicht, sie nachträglich aufzuhalten.

7. Arbeiten Sie transparent und übersichtlich.

Soll heißen: Wenn Sie Ihre Waffe am Schießstand aus der Hand legen, sorgen Sie dafür, dass ihr Patronenlager einsehbar und Ihr Schießstand übersichtlich ist. So können die Standaufsicht, der Schießtrainer oder auch benachbarte Schützen den gegenwärtigen Zustand Ihrer Waffe im Vorbeigehen erkennen. Ist der Schießstand videoüberwacht und jemand verursacht einen Schaden, gelingt es dem Betreiber eher, zu eruieren, wer diesen verursacht hat. Je sorgfältiger und transparenter Sie arbeiten, desto besser für Sie. Achten Sie darauf, dass sich bei abgelegten Langwaffen und Pistolen kein Magazin in der Waffe und keine Patrone im Patronenlager befindet und bei Revolvern die Trommel nach Möglichkeit ausgeschwenkt ist.

8. Halten Sie die Schießstandordnung ein.

Zu den Sicherheitsregeln gehören im weiteren Sinne auch die Haus- und Schießstandregeln Ihrer Schießstätte. Kaliberbegrenzungen und Verbote von spezifischen Waffenmodellen und Munition sind einzuhalten. Wenn Ihr verwendetes Kaliber die maximal erlaubte Geschossenergie beim Auftreffen im Geschossfang überschreitet, beschädigen Sie damit über kurz oder lang die Schießanlage. Im schlimmsten Fall (abhängig von den baulichen Gegebenheiten und der Art des Geschossfangs) kann das abgefeuerte Projektil die Rückwand des Geschossfangs durchschlagen oder zurückprallen.

Manche Schießstände verbieten die Verwendung von Expansivmunition. Dies ist meist dadurch begründet, dass sich durch das Aufpilzen der Geschosse das Material des Geschossfangs auf Dauer verformt. Abhängig von seiner Konstruktion sammeln sich die Projektile und Geschossmäntel darin und es entsteht eine Wölbung in Richtung Schütze. Damit ist das sichere Abfangen weiterer Geschosse nicht mehr gewährleistet; es kommt zu gefährlichen Abprallern und Querschlägern.

9. Vermeiden Sie Konflikte.

Fehler oder Verstöße gegen die Sicherheitsregeln im Umgang mit Schusswaffen passieren dem versiertesten Schützen. Wenn Sie von jemandem auf ein Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden, zeigen Sie sich einsichtig. Ist die Schießanlage videoüberwacht, wird niemand es wagen, Ihnen aus Jux und Tollerei Sicherheitsverstöße – und damit die Gefährdung anderer mit einer Schusswaffe – zu unterstellen.

Die meisten Fehler, die Ihnen im Training ohne Aufsicht unterlaufen, bekommen Sie selbst gar nicht mit, falls Sie nicht bereits intensiv darin geschult wurden, sich selbst zu beobachten und zu korrigieren. So wie Ihr Schützennachbar Fehler als Erstes an Ihnen bemerkt, bemerken auch Sie sie zuerst an anderen. Egal, welches „Hoppala“ wem passiert: Jeder, der ihn bemerkt, denkt sich etwas dabei. Und jeder ist berechtigt, den Verantwortlichen darauf hinzuweisen und notfalls einzuschreiten.

Sollte sich ein Konflikt androhen, melden Sie dies bitte der zuständigen Standaufsicht. Verlassen Sie notfalls bis auf Weiteres den Schießstand.